Unsere Geschichte

1888 — 1891

Ein Laden. Eine Nähmaschine.

1888. Gustav Metzger, der mit 13 Jahren mit seiner Familie aus Steinenstadt, Baden, nach Basel kam, eröffnet als gelehrter Reisevertreter im Alter von 24 Jahren an der Streitgasse 5 ein kleines Geschäft: "Gust. Metzger Weisswaren", ein Wäschehaus mit Unterwäsche, Handtüchern und Hemdenstoffen. Das Startkapital: Fr. 2'200, eine Näherin, eine Nähmaschine. zwei Petrollampen. "Das ganze Unternehmen", wie er später sagte.

Bereits 1891 ist das Geschäft zu klein geworden; Metzger zieht an den Münsterberg 2, jene Basler Adresse, die bis heute mit dem Namen verbunden ist.

Streitgasse 5
Gustav Metzger
Gustav Metzger
Eröffnungsinserat, Basler Nachrichten · 30. September 1888
Eröffnungsinserat, Basler Nachrichten · 30. September 1888
1901 — 1922

Von Basel in die Welt.

Die Firma wächst mit dem Jahrhundert. 1901 eröffnet sie ihre erste eigene Fabrik an der Thiersteinerallee und gewinnt im selben Jahr eine Goldmedaille an der Basler Gewerbeausstellung. Ab 1908 fertigt sie eigene steife Kragen und bildet Näherinnen in einer Werkstatt im nahe gelegenen St. Ludwig (St. Louis) auf der anderen Seite der Grenze aus. 1913 wird ihre luftdurchlässige Cellularwäsche über Paris und Hamburg bis nach Südamerika exportiert. Nach dem Ersten Weltkrieg reisen Gustav Metzgers Söhne persönlich, um das Exportgeschäft wieder aufzubauen - Ernst nach Holland, Paul nach Schweden und Norwegen.

1919 wird aus dem Familiengeschäft die "Aktiengesellschaft Gust. Metzger", bei Mitarbeitenden und Kundschaft schlicht als A.G.M. bekannt. Gustav Metzgers Worte an seine Belegschaft prägen das Unternehmen bis heute: "Tun wir alle unsere Pflicht, oben wie unten, jedes an seinem Platze, so wird die Gemeinschaft Erfolg haben. Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit sei unsere Devise, jeden Tag aufs neue."

Münsterberg, Basel
Wäschemagazine Metzger, Münsterberg 2 b. Brunnen, Freiestrasse, Herrenhemden – Kragen, Damenwäsche & Aussteuern
[1922]

Wäschemagazine Metzger, Münsterberg 2 b. Brunnen, Freiestrasse, Herrenhemden – Kragen, Damenwäsche & Aussteuern

Charles Honoré Loupot

Thiersteinerallee 23, Basel
Thiersteinerallee 23, Basel
St. Jakobstrasse 108, Basel
St. Jakobstrasse 108, Basel
1924 — 1948

Ein Jahrzehnt voller Ideen.

Die 1930er-Jahre sind das erfinderischste Jahrzehnt der A.G.M. 1924 kommt Durable - "das Hemd der Qualität, Farbechtheit und sorgfältigen Arbeit" - auf den Markt; bis 1938 wird es über eine Million Mal verkauft. 1933 folgt Protector, eine Tochtergesellschaft für wind- und wasserdichte Kleidung, die Gebirgstruppen der Schweizer Armee ausrüstet.

1934 erwirbt A.G.M. als erstes Unternehmen Europas eine Lizenz für Permastyff, ein Verfahren, das Kragen ohne Stärken in Form hält. Gustav Metzger stirbt 1940; seine Söhne Ernst, Arthur und Paul führen die Firma durch den Zweiten Weltkrieg bis zum Jubiläum 1948, das wegen eines Satzes in Erinnerung bleibt - eine ehemalige Näherin meinte die Firma sie "wie an eine Familie".

Roller
Durable

Durable

1924

«Das Hemd der Qualität, Farbechtheit und sorgfältigen Arbeit.» Über eine Million Mal verkauft bis 1938.

Protector

Protector

1933

Wind- und wasserdichte Kleidung. Eine Tochtergesellschaft, die Gebirgstruppen der Schweizer Armee ausrüstete.

Permastyff

Permastyff

1934

Formstabile Kragen ohne Stärken. A.G.M. erwarb als erstes Unternehmen Europas eine Lizenz für das Verfahren.

Roller

Roller

1910

Einzigartige abnehmbaren Steh- und Umlegekragen.

Soupla-M

Soupla-M

1960s

Ein strapazierfähiges Gewebe, das Schweizer Soldaten in den 1960er- und 1970er-Jahren trugen, überliefert in der Familienerinnerung.

Zum Durable-Hemd: Permastyff Kragen
[1943]

Zum Durable-Hemd: Permastyff Kragen

Peter Birkhäuser

1948 — 1988

Sorgfältige Arbeit, Jahr für Jahr.

In den Nachkriegsjahrzehnten und bis zum hundertjährigen Jubiläum 1988 fertigt A.G.M. jährlich rund 100'000 Hemden - für die breite Kundschaft, auf Bestellung aber auch für die Basler Polizei und, wie später bestätigt wurde, für die Beschaffungsstelle der Schweizer Armee.

Die Familie erinnert sich auch an die Herstellung von Tarnuniformen für die Armee sowie an Soupla-m, ein strapazierfähiges Gewebe, das Schweizer Soldaten in den 1960er- und 1970er-Jahren kleidete. Die damalige Markenphilosophie setzt auf einen Käufer, der "Auf den Wandel der Mode reagiert dieser Kaeufer zwar nur bedingt, denn er bezieht das Traditionelle in seinem Kaufentscheid mit ein.".

A.G.M. · Basel
Hemden, chemises, Metzger
[ca. 1976]

Hemden, chemises, Metzger

Fasolin Werbung, Basel

Metzger Hemden, Beim Brunnen an der Freie Strasse
[1981]

Metzger Hemden, Beim Brunnen an der Freie Strasse

Hans-Peter Hort

Metzger, Splendesto
[1968]

Metzger, Splendesto

Peter Hefti

A.G.M. · Atelier
A.G.M. · Atelier
1991 — 2018

Der Name lebt weiter.

Ab 1986 holt der globale Wandel der Textilindustrie auch A.G.M. ein; irgendwann zwischen 1991 und 1995 endet die Produktion in Basel nach mehr als hundert Jahren. Der Name lebt am Münsterberg 2 weiter: Nach dem Ende der eigenen Fertigung lässt die Nachfolgefirma Metzger & Lampert AG zunächst extern produzieren und lanciert Allen Greenbaum als neues Label.

Anschliessend wechselt sie an derselben Adresse in den Detailhandel mit einem Polo Ralph Lauren- und New England-Geschäft bis auch dieses in den frühen 2000er-Jahren schliesst. Die Familie Lampert stammt über die Familie Cavelti aus der Linie Paul Metzgers. Die Gesellschaft wird 2005 in M & L Münsterberg AG umbenannt und 2018 schliesslich aufgelöst.

Metzger
2025 — 2026

Ein eingelöstes Versprechen.

Hier ist die Übersetzung ins Deutsche:Im Jahr 2025 lässt eine Gruppe von Freunden, die mit der Familie Metzger verbunden sind, die Marke als Maison Metzger wieder aufleben. Ihre Kleidungsstücke werden in Europa hergestellt, einige davon sogar wieder in der Schweiz – was die Rückkehr des in der Schweiz gefertigten Metzger-Hemdes markiert.

Der Relaunch ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Familienangelegenheit. Lucas Metzger ist der Sohn von Martin Metzger, dem letzten Geschäftsführer der Gründerfamilie. Zusammen mit ihm sass Hans Hug in den späten 1970er-Jahren im Verwaltungsrat der A.G.M. und war ein Vertrauter von Martin Metzger. Seine Enkel und deren Freunde lösen nun ein Versprechen gegenüber Martins Schwester Marguerite Metzger ein, der Enkelin des Gründers und "eine Art Grossmutter“.

Die Motivation ist simpel: Basel – eine Stadt, die zu einem beachtlichen Teil auf Textilien und Handel aufgebaut wurde – verdient wieder ein eigenes Modehaus. Eines, das für das steht, wofür A.G.M. schon immer stand: stille Qualität statt lautem Branding, sorgfältige Arbeit statt Fast Fashion und ein Stil, der es nie nötig hatte, Trends hinterherzulaufen.

Maison Metzger · Atelier